„Baskerville“ im Theater Center Forum: Ein „Höllenhund“ zum Lachen und Mitgruseln

Veröffentlicht von
Baskerville Foto: Robert Peres
„Baskerville“ im Theater Center Forum: Marcus Strahl, Georg Hasenzagl, Victor Kautsch, Nici Neiss, Felix Kurmayer, Leila Strahl (Foto: Robert Peres)

Ken Ludwig ist ein Garant für feinste Unterhaltung – die Stücke des US-amerikanischen Dramatikers (Jahrgang 1950) werden seit Jahrzehnten landauf, landab gerne gespielt. Zu Recht – denn die Stücke bieten maßgeschneiderte Pointen und grandiose Verwicklungen: so auch „Baskerville“ (uraufgeführt 2015 in Washington, D. C.), eine Krimi-Komödie mit Sherlock Holmes und Dr. Watson, die Nici Neiss für die Neue Bühne Wien inszeniert hat und die derzeit auf dem Spielplan des Theater Center Forum steht.

Die Handlung des Stücks ist an den Roman „Der Hund von Baskerville“ von Sir Arthur Conan Doyle angelehnt, der im 19. Jahrhundert im britischen Devon und in London spielt. Ebendort erfahren Holmes und Watson vom rätselhaften Tod von Sir Charles Baskerville. Allem Anschein nach fiel der Adelige einem alten Familienfluch zum Opfer, wurden doch neben seinem Leichnam Fußspuren einer furchterregenden Kreatur gefunden – des „Höllenhundes“ von Baskerville. Und schon steht auch schon der Erbe vor der Tür: Henry Baskerville reist aus dem fernen Texas an, um sich das Anwesen zu sichern. Allerdings warnt ihn ein anonymer Brief davor, sich dem Gelände auch nur zu nähern. Und so treten Holmes und Watson in Aktion, um Licht in die nebelverhangene Angelegenheit zu bringen…

Rasante Kostümwechsel, unterschiedlichste Dialekte

Das Stück verlangt dem Ensemble einiges ab, werden doch rund 40 Rollen von lediglich von sechs (mit der Alternativbesetzung: sieben) Mitwirkenden verkörpert. Autor Ken Ludwig setzt hier – nicht zuletzt durch den schnellen Kostümwechsel – auf Situationskomik, die Regisseurin Nici Neiss wunderbar umzusetzen weiß. Die Charaktere wurden großartig und mit humoristischer Note herausgearbeitet – vom verschrobenen Butler bis hin zur charmanten Grundstücksnachbarin ist alles mit dabei. Martin Gesslbauer hat dazu ein beeindruckend wandelbares Bühnenbild geschaffen, das Salonatmosphäre ebenso wie eine Moorlandschaft vermittelt. Die historischen Kostüme von Petra Teufelsbauer und die grandiosen Projektionen von Sam Madwar, die dem Bühnenbild Perspektive verleihen, aber auch für sich stehen, tragen wesentlich zum Gesamteindruck bei.

Das Ensemble liefert Höchstleistungen ab, denn neben rasanten Kostümwechseln werden auch unterschiedlichste Dialekte geboten. Neue Bühne Wien-Intendant Marcus Strahl und Victor Kautsch sind als Dr. Watson und Sherlock Holmes ein formidables Arzt-und-Detektiv-Gespann, Georg Hasenzagl glänzt als Barrymore, mysteriöser Diener des Hauses, ebenso wie als gefährlich anmutender Nachbar, Mr. Stapleton. Leila Strahl liefert eine ganze Bandbreite an komödiantischem Talent ab, unter anderem als verliebte Mrs. Stapleton, als geheimnisvolle Laura Lyons und tatsächlich auch als Hundedame. Felix Kurmayer ist ein herrlich ungeschliffener Henry Baskerville aus Übersee, Regisseurin Nici Neiss hat mit der Haushälterin Mrs. Hudson eine bemerkenswert lustige Figur geschaffen.

Alles in allem bietet „Baskerville“ Humor mit Gruselfaktor, wartet aber auch mit einem Spannungsbogen auf und lädt zum Mitraten ein. Große Empfehlung, nicht nur für Krimi-Fans!

„Baskerville“ von Ken Ludwig: Zu sehen bis 15. März 2025 im Theater Center Forum (Forum I), Porzellangasse 50, 1090 Wien, Beginn jeweils: 19.30 Uhr.

Weitere Informationen: www.theatercenterforum.com